
Der Effektivitätsgedanke - wenn alles einen Gewinn haben muss
Wir leben in einer Welt, in der ständiges Wachstum propagiert wird. Höher, schneller, weiter. Ohne Ende. Ohne ankommen.
Doch was passiert, wenn wir diese Idee auf uns übertragen?
Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Auswirkungen, wenn wir dieses Prinzip auch auf unser Leben anwenden.
Optimierungswahn
Als Grundlage für Wachstum wird oft ein Mangel vorausgesetzt. Etwas, was optimiert und verändert werden muss. So wie es jetzt ist, ist es nicht genug, mangelhaft.
Doch was passiert in uns, wenn wir davon ausgehen, dass wir nicht gut genug sind - so wie wir jetzt gerade sind? Ich spüre Enge, ein mich innerlich ducken und die Idee, ich muss meinen Mangel vor anderen verbergen. So lange, bis ich endlich vorzeigbar bin, nach den Maßstäben von anderen.
Dieser innere Druck führt oft dazu, dass ich im Außen nach Lösungen suche, die mich endlich vollkommen werden lassen. Wenn ich mich nur genug anstrenge.
Also besuche ich Kurse, lasse mich Coachen, um besser zu werden. Angenehmer für andere, passend für die Gesellschaft. Erfolgreich, finanziell unabhängig und mit starker Außenwirkung, so dass andere mich bewundern können und den Wunsch verspüren, mir nachzueifern. Natürlich aus ihrem eigenen Mangel heraus.
Doch wohin führt mich das Ganze? Bringt es mich näher an mein inneres Mangelgefühl heran oder kaschiert es den Mangel? Und wenn ich dann endlich da angekommen bin, wo ich sein will, bin ich in der Fülle oder merke ich, dass ich eigentlich nur vor mir selbst davon gelaufen bin. Mich geweigert habe, anzuerkennen, dass in mir ein Gefühl von Mangel und nicht genug sein ist?
Was ist deine Absicht?
Lass mich kurz klarstellen. Es geht hier nicht um die Kurse oder Coaches, sondern darum, aus welcher Absicht du deinen Begleiter wählst. Ist deine Motivation, dich vorzeigbar zu machen oder hinzusehen.
Das Ziel im Fokus
Du fokussierst dich vielleicht auf das Ziel, wie du sein möchtest. Die Schritte auf dem Weg zum Ziel sind Beiwerk, ein notwendiges Übel. Wenn du könntest, würdest du die Schritte überspringen und gleich das Ziel wählen. Dabei geht oft verloren, was sich unterwegs sonst noch entfalten möchte.
Der Gewinn bzw. dein Outcome steht fest und du versuchst alles, dein Ziel zu erreichen ohne ein Gegenwartscheck, ob das Ziel auch jetzt noch stimmig für dich ist.
Eine Alternative
Doch was könnte eine Alternative sein? So lange du in dir spürst, dass du unvollkommen bist und das ändern möchtest, ohne mit der Ursache in Kontakt zu kommen, ist die Flucht vor dem, was in dir ist, angemessen. Irgendwann wirst du vielleicht an den Punkt kommen, in dem das Leben dich unmissverständlich auffordert, hinzusehen.
Und wenn es soweit ist, dann ändert sich dein Fokus. Du öffnest dich dem, was in dir ist. Kommst in Kontakt mit den Anteilen, die dich als mangelhaft einordnen. Kannst in Dialog mit ihnen gehen und sie fragen, warum sie so fühlen. Und bekommst Kontakt zu dem, was in dir wirkt. Zu Beginn kann sich dieser innere Dialog ungewohnt und befremdlich anfühlen. Es ist ein bisschen wie eine zweite Muttersprache, die du erinnern darfst.
Denn: Auch wenn du die Anteile auf deiner Reise wegdrückst, wirken sie in dir. Du arbeitest gegen dich, was ein riesiger Energieaufwand ist.
Wenn du dich dir zuwendest, arbeitest du für dich. Es kann schmerzhaft sein, du siehst nicht direkt, welcher Outcome dein Weg haben wird.
Der Weg als Fokus
Wenn du das Ziel nicht mehr festschreibst und dich für einen ungewissen Ausgang öffnest, erkennst, dass du das Ergebnis nicht wirklich kontrollieren kannst. Dann kann das Angst auslösen.
Natürlich kannst du einen gewissen Ausgang oder ein gewisses Ziel im Herzen halten. Doch wenn du dadurch die Lernmöglichkeiten auf deinem Weg ausklammerst, begrenzt du das, was möglich ist. Denn jeder Schritt auf deinem Weg zum Ziel hält Geschenke für dich bereit. Geschenke, die dich berühren und vielleicht auch wandeln. Die etwas in die verändern und dazu führen, dass dein Ziel sich verschiebt. Wenn du den Fokus auf den Weg legst, dann können Dinge geschehen, die so wunderbar sind, wie du sie dir nicht hättest vorstellen können. Bei jedem Schritt, in jedem Moment, kann Erkenntnis geschehen und dich an ganz andere Stellen im Leben führen.
Der Witz an der Sache
Jetzt könnte Mensch meinen, dass der eine Weg besser als der andere ist. Doch der Witz an der Sache ist, dass beide Wege ihre Berechtigung haben. Entwicklung verläuft nicht linear.
Auf beiden Wegen lernen wir Dinge - auf unterschiedliche Weise.
Und: Jeder ist hier, um sich auf unterschiedliche Arten und Weisen zu entfalten.
Versuche nicht, jemand anderes zu sein. Wenn der Artikel dir das Gefühl suggeriert, du solltest dich mehr auf den Weg als auf das Ziel fokussieren, du aber spürst, dass das für dich gerade nicht dran ist - dann geh den Weg, den du wählst.
Es geht nicht darum die Kopie eines anderen zu werden sondern du selbst zu sein.
Mein Weg und die Begleitung, die daraus resultiert
Wer sich von mir begleiten lässt geht nicht den leichten Weg. Zwar wird das Leben oft viel leichter, aber der Weg dorthin kann intensiv sein. Und das spiegelt auch meinen Weg wider. Ich habe es losgelassen, das Ziel festhalten zu wollen. Daher findest du bei mir den perfekten Raum, wenn du die Ansprüche an dich, bereit bist, sein zu lassen.
Und ins Fühlen kommen magst. Deine Kosten-Nutzen-Analyse darauf ausgerichtet ist, mehr mit dir in Verbindung zu sein bzw. dir deiner Verbindung bewusst zu werden.
Vielleicht ist jetzt der Moment, an dem du nicht weiter optimieren, sondern dir selbst zuhören möchtest. Wenn du dir dabei Begleitung wünschst, freue ich mich auf deine Anfrage.
Herzensgrüße
Franziska
Quelle des Hintergrundbildes: https://pixabay.com/de/illustrations/stein-dr%c3%bccken-%c3%bcberwindung-hindernis-2127669/
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