
Die Illusion finanzieller Freiheit – warum sie selten frei macht und wie sie neue Abhängigkeiten schafft
Wenn ich nur genug Geld hätte, dann wäre ich frei. Ich müsste nichts mehr tun, was ich nicht tun will und könnte das tun, was ich will. Ich wäre frei mich dem zu widmen, was mir Freude bereitet.
Diese Idee führt oft zu dem Schluss, dass finanzielle Freiheit bedeutet, (viel) Geld zu haben. Mit Geld können wir indirekt die Abhängigkeiten zu anderen Menschen zu umgehen, weil wir ihre Leistung durch Geld kaufen können.
Doch wenn wir Geld brauchen, um finanziell frei zu sein, werden wir dann nicht eigentlich abhängig vom Geld?
Versteh mich bitte richtig, es geht hier nicht um das Geld, was du für deine existenziellen Grundbedürfnisse brauchst. Sondern um den Betrag, der dir ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit gibt, der über die Befriedigung der körperlichen notwendigen Grundbedürfnisse hinaus geht.
Am Geld festhalten - Freiheit durch Eigentum und Besitz
Wenn ich denke, ich brauche Geld, um frei zu sein, halte ich am Geld fest und versuche, (immer) mehr davon anzuhäufen.
Ich tue Dinge, die mir nicht entsprechen, weil ich glaube, dadurch in Zukunft finanziell unabhängig zu sein. So gerate ich leicht in einen endlosen Kreislauf von Anhäufen und Investieren, nur um die gekaufte Freiheit aufrechtzuerhalten.
Also dreht sich alles um Geld. Nun ist die Basis meines Handelns Geld.
Oft fußt der Wunsch nach finanzieller Freiheit darauf, eigene Themen zu vermeiden – Ängste, Sorgen und den Kontrollverlust, der mit mangelndem Geldfluss einhergeht. Doch egal wie viel wir anhäufen, wie sicher wir uns fühlen.
Wenn wir Menschen aufhören an Geld zu glauben, erlischt der Wert von jetzt auf gleich und die eigentliche Abhängigkeit voneinander wird sichtbar. Wir werden direkt verantwortlich für uns und unser Verhalten. Wenn ich weiß, dass ich auf die Freundlichkeit meiner Nachbarn angewiesen bin, dann öffne ich mich viel eher als wenn ich Hilfe erkaufen kann, auch wenn ich ein Arsch bin.
Zusammenfassend ist bei diesem Konzept zu sagen, dass Mensch ein hohes Vermögen, passives Einkommen und eine niedrige Abhängigkeit von Arbeit anstrebt. Um dies jedoch am Laufen zu halten macht sich der Mensch sehr erpressbar, weil er viel braucht, um den Status quo aufrecht zu erhalten.
Der Wunsch, sich von der Zwangsarbeit (unfreiwilligen Arbeit) zu befreien ist nachvollziehbar und es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass finanzielle Unabhängigkeit nicht zwingend finanzielle Freiheit verursacht.
Wenn dir das klar ist, kannst du an den richtigen Schrauben drehen. Du kannst dir genau anschauen, warum wir in einem System der indirekten Zwangsarbeit leben und nicht "einkommensunabhängig" sind.
Die andere Sicht auf finanzielle Freiheit - Freiheit durch Genügsamkeit
Eine andere Sicht auf finanzielle Freiheit könnte die Freiheit durch Genügsamkeit sein. Die Fürsorge um existenzielle Bedürfnisse bleibt erhalten.
Der Bedarf an hohem Geldfluss wird minimiert. Je weniger du brauchst, desto weniger musst du dich verkaufen, desto weniger bist du erpressbar. Du kannst immer noch viel Einkommen generieren, mit Dingen, die dir Freude bereiten. Nicht weil du musst, um den Laden am Laufen zu halten. Sondern weil du willst.
Erzwungene Genügsamkeit aus Mangel ist auch keine Freiheit. Es braucht die innere und äußere Fülle (Grundbedürfnisse sind gedeckt) als Grundlage.
Stell dir vor, du bist versorgt. Würdest du dann noch finanzielle Unabhängigkeit anstreben oder deinem Job weiter nachgehen? Viele beantworten die Frage auf nein. Einige sind in ihrem Job genau richtig und glücklich. Sie würden genauso weiterleben wie jetzt. Auch wenn sie kein Geld dafür bekommen, weil sie kein Geld brauchen.
Geld als Tauschmittel
Es gibt viele Ideen und Meinungen dazu, ob Geld schlecht ist. Ich möchte mir dazu kein abschließendes Urteil bilden und weiß es auch nicht. Für mich ist jedoch klar, wenn das Geld anfängt mich zu besitzen, dann bin ich in einer Schieflage.
Wenn ich Dinge mache, um Geld zu bekommen, die mir nicht entsprechen, dann stimmt für mich etwas nicht. Mein Maßstab ist daher:
Wirklich frei ist oft nicht der mit dem meisten Geld, sondern der, der am wenigsten erpressbar ist.
Nachbarschaft. Die neue Währung?
Neulich habe ich einen spannenden Satz gehört. "Die neue Währung ist Nachbarschaft." Ob das so ist oder nicht wird sich zeigen. Der Satz lädt auf jeden Fall zum Nachdenken und Fühlen ein.
Was fühlst du zu dem Satz?
Magst du hinsehen, hinfühlen und erkennen?
Wenn du gern prüfen möchtest, warum du finanzielle Freiheit anstrebst oder warum du das Gefühl hast, dass dein finanzielles Leben ein Kampf ist, dann melde dich gern bei mir. Gemeinsam können wir hinter die Fassaden des Denkens schauen. Ich freue mich auf dich!
Quelle des Titelbildes:
https://pixabay.com/de/photos/ai-generiert-mann-m%c3%bcnzen-geld-8130376/